Sonntag, 25. September 2016

Sonntagsgedanken

Heute Nacht habe ich wieder von meiner Oma geträumt. Sie war 1901 geboren und ist am 30.4.1979 gestorben. Das ist lange her, doch sie ist noch beinahe täglich in meinen Gedanken. Ich kann noch heute ihre Stimme hören und sehe ihr Gesicht ganz deutlich vor mir. Sie ist möglicherweise auch der Grund dafür, dass ich immer wieder Oma- Opa -Enkel-Geschichten schreibe. Die sind einfach in mir drin. Einige beziehen sich auf der Verhältnis von mir zu meiner Oma oder aber zu älteren Menschen, die ich kennengelernt habe. (HIER ein Beispiel), andere sind entstanden in der Folgegeneration und beschreiben eher mein Verhältnis zu meinen eigenen Enkeln (auch HIER ein Beispiel), allen vorweg natürlich Lukas, dem Ältesten von ihnen. Ich selbst komme eigentlich nur am Rande vor, da ich oft der Beobachter bin und aufschreibe, was ich sehe und erfahre. Eine Portion Fantasie findet natürlich auch Platz, aber im Kern stimmen die Geschichten.

Das letzte Wochenende war ein Lukaswochenende, heute ist Maila/Lio/Mini - Tag. Wir gehen nämlich alle zusammen zur Kirmes dort, wo die Kinder mit ihren Eltern wohnen. Darauf freue ich mich schon sehr. Das Wetter ist ja auch noch so toll, dass es sicherlich ein Vergnügen werden wird. Maila kann übrigens schon laufen, Lio krabbelt noch hinter ihr her und Mini (Djamila) passt gut auf ihre beiden Geschwister auf. 

Ich wünsche euch allen einen schönen Sonntag und mach mich jetzt mal chic, damit die Kinder sich mit mir sehen lassen können. :)

Neue Hörgeschichte KLICK

Donnerstag, 15. September 2016

Reizwortgeschichte: Der neue Schüler

Topf - Tränen - verirren - dunkelrot - mutig
Das sind die Reizwörter für diese Geschichte. Lest bitte auch bei:




Der neue Schüler

„Jeder Schüler darf sich heute ein Tier aussuchen, über das er in der nächsten Stunde berichten möchte!", sagte Frau Funke. „Das ist eure Hausaufgabe für morgen!"
„Das ist kinderleicht, ich nehme unsere Katze Milli!", rief Lisa. Sofort riefen alle durcheinander, bis Frau Funke energisch auf das Pult klopfte, um sich Gehör zu verschaffen. ​
„Keine Bange! Jeder kommt an die Reihe", rief sie den aufgeregten Kindern zu. 
Die beruhigten sich nur langsam. Hannes aber schnipste in einem fort weiter mit den Fingern. Er war sehr aufgeregt. 
„Unser Hund ist seit Samstag verschwunden", brüllte er nun so laut, dass es jeder verstehen konnte. „Er ist vorher noch nie weggelaufen! Überall haben wir ihn gesucht!"
„Oh, das tut mir leid, Hannes. Habt ihr auch im Tierheim angerufen? Vielleicht hat er sich verirrt", sagte Frau Funke. Die Mitschüler waren ganz still geworden. Das musste schrecklich für Hannes sein. Heute war ja schon Dienstag, das hieß, dass der Hund schon den dritten Tag weg war.
Annika und Lars schauten sich verschwörerisch an. Jeder von beiden wusste, was der andere dachte, nämlich: ‚Der Hannes hat gar keinen Hund!‘
Hannes war neu in der Klasse. Die Familie war erst in den Sommerferien in die kleine Stadt gezogen. Er wohnte im Haus neben Annika. Einen Hund hatte noch nie jemand bei ihm gesehen. Überhaupt bekam man die ganze Familie kaum zu Gesicht. Manchmal saß Hannes vor der Haustür, ganz allein. Sicher hätte er gern mitgespielt, wenn Annika mit Lars im Garten tobte. Aber es war bei einem einzigen Versuch geblieben. Hannes hatte seine Regeln durchsetzen wollen und das gefiel den anderen Kindern im Viertel gar nicht. Sie meinten, dass er sich ihnen anpassen müsste, weil er neu war. Es half auch nichts, dass er behauptete, sein Onkel habe eine Jugendmannschaft trainiert und deshalb kenne er die „richtigen“ Regeln.  
„Was ist es denn für ein Hund?“, wollte Frau Funke nun wissen. „Vielleicht können wir alle ein wenig die Augen aufhalten!“
„Er ist riesig!“, prahlte Hannes und hielt die Hand ungefähr in Höhe seiner eigenen Schulter hoch. „Er hat ein schwarzes Fell, es ist seidenweich und er gehorcht nur mir!“
„Na ja, so richtig gut gehorcht er ja wohl nicht, wenn er weggelaufen ist!“ Das kam von Lars. Annika verstand, was er damit sagen wollte. Die anderen Kinder aber hackten nun auf Lars ein.
„Lars, du bist herzlos und ungerecht!“, schrie Mareike und lief vor Wut dunkelrot an. Sie mochte den Hannes gut leiden und wollte ihm so gern helfen. Sie selbst hatte auch keinen leichten Stand in der Klasse und versuchte immer wieder Anschluss zu bekommen.
Frau Funke fand es ganz schön mutig von Mareike, dass sie sich so einsetzte für Hannes.
„Was hältst du davon, wenn wir in der letzten Stunde alle gemeinsam nach deinem Hund suchen?“, fragte sie den Jungen. „Wie heißt er denn?“
Hannes stotterte: „Er heißt … er heißt Flo-Flo-Florian! Ja, so heißt er!“
Lars grölte: „Der weiß nicht mal, wie sein Hund heißt, wenn er denn überhaupt einen hat!“
„Wie kannst du so etwas behaupten, Lars?“ Frau Funke war nun verärgert. Immer dieser Lars, so ein vorlauter Junge.
„Er hat doch recht!“, behauptete Annika. „Der Hannes wohnt neben uns und einen Hund habe ich noch nie bei ihm gesehen. Er will sich nur wichtigmachen! Außerdem ist er voll blöd!“
„Annika, jetzt reicht es aber. Hier wird niemand beschimpft, nicht in meiner Klasse!“ Frau Funke, die sonst immer mit ruhiger Stimme zu den Kindern sprach, wurde nun laut. Kurzerhand bat sie den Hannes, doch einen Moment draußen auf sie zu warten. Er verließ mit hängenden Schultern und Tränen in den Augen den Klassenraum.
„Ich erwarte, dass ihr euch ruhig verhaltet, während ich draußen bin. Höre ich nur ein lautes Wort, dann werde ich euch eine gesalzene Zusatzaufgabe geben!“, sagte Frau Funke und folgte Hannes in den Flur.
Niemand traute sich, laut zu reden. Annika flüsterte ihrer Tischnachbarin etwas zu, aber die wollte gar nichts hören. Die Kinder waren nicht sicher, wem sie trauen sollten. So etwas hatten sie noch nie erlebt, eine schwierige Situation.
Lars fühlte sich gar nicht gut. Er hätte den Mund halten sollen. Es ging ihn ja gar nichts an und vielleicht hatte er sich ja auch getäuscht und der Hannes hatte doch einen Hund, den er eben einfach noch nicht zu Gesicht bekommen hatte. Wer weiß, vielleicht war er gefährlich und Hannes‘ Eltern hielten ihn im Haus, um die anderen Kinder nicht zu gefährden. Lars bekam Bauchschmerzen. In seinem Bauch rumorte es und auch in seinem Kopf ging alles durcheinander.
„Vielleicht war es falsch, den Hannes so bloßzustellen!“, flüsterte Annika ihm zu. Auch ihr Gewissen regte sich und das fühlte sich gar nicht gut an.
Als Frau Funke die Klasse wieder betrat, waren alle Kinder mucksmäuschenstill. Gebannt schauten alle die Lehrerin an. Sie kam allein zurück, setzte sich ans Pult und schaute ihre Schüler streng an.
„Hannes wird gleich abgeholt!“, erklärte sie. „Ich habe seine Mutter angerufen, die kommt gleich. Ich möchte, dass ihr mir nun gut zuhört!“
Die Kinder nickten. Sie waren ganz still, kein Wörtchen, kein Stühle scharren, keine dummen Bemerkungen.
„Hannes ist mit seiner Familie in unsere Stadt gezogen. Seinen Hund Florian musste er zurücklassen, weil in der neuen Wohnung der Eltern keine Hunde erlaubt sind. Also musste er bei den Großeltern bleiben. Hannes liebt seinen Hund sehr und auch der Florian vermisst sein Herrchen wohl. Deshalb ist er am Samstag weggelaufen und bisher weiß niemand, wo er geblieben ist. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie traurig der Hannes sowieso schon ist und nun das hier. Lars und Annika, ihr habt einfach etwas behauptet, was ihr gar nicht wissen könnt, auch wenn es euch so erschien. Das war nicht richtig und ich möchte, dass ihr heute Nachmittag hingeht und euch entschuldigt! Und nun nehmt eure Hefte raus, ich möchte den Unterricht fortsetzen.“
Mit mächtig schlechtem Gewissen besuchten Lars und Annika am Nachmittag Hannes‘ Familie. Sie entschuldigten sich nicht nur bei Hannes, sondern auch bei seinen Eltern. Nie wieder wollten sie etwas behaupten, was sie gar nicht wissen konnten, das versprachen sie.
Ein paar Tage später klingelte es nachmittags an Annikas Tür. Hannes stand davor und an seiner Seite ein großer Hund mit seidigem, schwarzen Fell – Florian.
„Darf ich vorstellen? Das ist Florian!“, sagte Hannes.
„Ach, ist der schön! Darf ich ihn streicheln?“, fragte Annika, die sich umgehend in den Hund verliebte.
„Darfst du!“, erlaubte Hannes. „Und nun nehmen wir den Topf und machen den Deckel drauf!“
„Wie bitte?“ Annika verstand nicht, was Hannes damit sagen wollte.
„Das sagt mein Papa immer, wenn es Streit gegeben hat und alles wieder in Ordnung ist. Wir packen den Streit in einen Topf und machen den Deckel zu. Damit ist alles erledigt. Freunde?“ Er streckte Annika die Hand hin.
„Freunde!“, sagte Annika und schlug ein.


© Regina Meier zu Verl 2016













Sonntag, 11. September 2016

Ankunft auf dem Ponyhof - Fortsetzung



Ankunft auf dem Ponyhof – Teil 2


„Hast du auch so gut geschlafen?“, fragt Denise am Morgen ihre Freundin. Jana dreht sich auf die andere Seite und murmelt: „Ja, aber ich will weiterschlafen. Also sei still. Schließlich haben wir Ferien!“
Denise schüttelt unwillig den Kopf. Sie ist ja nicht hier, um im Bett zu liegen. Also zieht sie sich schnell etwas über, schnappt sich ihre Kulturtasche und macht sich auf ins Bad. Im Flur duftet es herrlich nach Kaffee und frischen Brötchen. Sicher hat Frau Brinkmeier das Frühstück bereits vorbereitet. Denise läuft das Wasser im Mund zusammen. Sie freut sich auf den ersten Tag auf dem Ponyhof. Während sie ausgiebig ihre Zähne putzt, denkt sie sich weitere Namen für das Fohlen aus. Netti, Nanni, Nala kommen ihr in den Sinn.
Es klopft an der Badezimmertür. Jana ist nun doch aus dem Bett gefallen.
„Hättest wenigstens auf mich warten können!“, mault sie verschlafen. „Du bist ja ein richtiger Morgenmuffel!“, kichert Denise. Jana grinst. „Das sagte Mama auch immer!“ Schnell wäscht sie sich und bürstet ihre Haare, dann geht es ab zum Frühstück.
„Guten Morgen die Damen!“, sagt Frau Brinkmeier und setzt sich zu den Mädchen an den Tisch. Ihr Mann ist schon längst draußen bei den Tieren.
„Lasst es euch schmecken!“
Das machen die beiden gern. Die Marmelade ist köstlich. Frau Brinkmeier hat sie selbst gekocht. Denise lobt den herrlichen Geschmack und Frau Brinkmeier freut sich.
„Habt ihr schon einen Namen für unser Fohlen ausgedacht?“, will sie dann wissen. „Im Stall hängt eine Tafel, da könnt ihr eure Vorschläge eintragen“, erklärt sie. „Ein paar Namensideen gibt es schon von den Kindern, die hier nachmittags zum Reiten kommen. Ihr könnt ja mal schauen!“
„Machen wir!“, versprechen die Mädchen.
Denise bittet um einen Stift und einen Block. „Wir wollen unsere Namen mal aufschreiben und dann auswählen, welchen davon wir auf die Tafel schreiben wollen. Frau Brinkmeier hat beides parat und schaut ihnen neugierig über die Schulter. Dann lacht sie herzlich und kann sich gar nicht wieder beruhigen.
„Sind unsere Namen so komisch?“, fragt Jana verunsichert. Doch sie bekommt keine Antwort, Frau Brinkmeier kann vor lauter Lachen nicht reden, prustend verlässt sie die Küche. Als sie nach kurzer Zeit zurückkommt, entschuldigt sie sich für den Heiterkeitsanfall.
„Entschuldigt bitte, ihr werdet gleich sehen, warum ich so gelacht habe. Aber findet es lieber selbst raus!“
Die Kinder helfen noch beim Abräumen, dann hält sie nichts mehr im Haus. In den Stall wollen sie.
Dort treffen sie Herrn Brinkmeier, der dabei ist, die Boxen auszumisten. Die Ponys sind schon wieder auf der Weide.
„Werden sie jeden Abend in den Stall geholt?“, wollen die Mädchen wissen.
„Das ist unterschiedlich, manchmal bleiben sie auch draußen. Aber wenn Kinder zum Reiten kommen, dann müssen sie ja geputzt werden und gesattelt. Das geht hier in der Stallgasse besser. Ich habe auch gern immer alles im Blick!“, antwortet Herr Brinkmeier ihnen.
Jana hat die Tafel entdeckt, auf der die Namensvorschläge für das Fohlen gesammelt werden. Neugierig liest sie: Nobby, Nandor, Nico …, dann prustet sie ebenfalls los, ganz so wie Frau Brinkmeier beim Frühstück.
„Was lachst du denn jetzt so blöd?“, fragte Denise. Jana deutet auf die Tafel und dann weiß auch Denise Bescheid. Das Fohlen ist ein Hengst – peinlich!
Ein paar Tage später, die Kinder haben sich wunderbar eingelebt auf dem Ponyhof, findet das Sommerfest statt und während des Festes wird der Name für das Fohlen ausgelost. Trotz aller Anlaufschwierigkeiten gewinnt Denise mit ihrem Vorschlag. Nevio heißt der junge Hengst von nun an. Es gibt nämlich in ihrer Klasse einen Jungen, der so heißt und den mag sie sehr. Es macht ihr auch gar nichts aus, dass Jana sich darüber lustig macht. Gewonnen ist gewonnen und das ist das Wichtigste!

© Regina Meier zu Verl 2016

Samstag, 20. August 2016

Verschiedenes

Vielen Dank für all eure lieben Kommentare zur letzten Reizwortgeschichte "Ankunft auf dem Ponyhof" Allzu lange werde ich euch nicht auf die Folter spannen, nächste Woche gibt es bereits eine Fortsetzung.

Es ist ein wenig ruhig geworden hier. Das hat verschiedene Gründe, zum einen die Sommerferien, die ich immer auch dazu nutze, selbst mal wieder ein wenig zu Atem zu kommen (wenn man mich denn lässt) und mich der Lustschreiberei hingebe. D. h. Ich schreibe, aber behalte zunächst noch für mich, was da wächst. In diesem Jahr hat das recht gut geklappt, weil ich irgendwie übersprudle vor lauter Ideen.

Die Gesundheit ist im Moment leider etwas zickig, gerade habe ich mich von einer Sache erholt, da kommt wieder das nächste auf mich zu. Ich muss also ein wenig auf mich aufpassen und das mache ich auch, schließlich habe ich noch einiges vor, für das ich meine ganze Kraft brauche.

Ein anderer Punkt ist eine gewisse Unzufriedenheit mit dem Blog. Das hat mit Euch so rein gar nichts zu tun, es sind eher die technischen Dinge, die mich etwas lähmen. Selbst wenn das hier eine kostenfreie Plattform ist, die immer gut funktioniert hat, so stellen sich mittlerweile Dinge ein, die mir so gar nicht gefallen. Über die zu späten Veröffentlichungen hatte ich mich ja schonmal ausgelassen, aber das ist nicht alles - damit will ich aber niemanden langweilen. Lange Rede kurzer Sinn - ich habe mir überlegt, dass ich evtl. umziehen werde mit meinem Blog. Das ist aber noch nicht bis zu Ende gedacht und die Arbeit scheue ich auch etwas, weil das alles von meiner Schreibzeit abgeht.

Mir fällt sowieso auf (im gesammten Lebensbereich), dass viele Dinge, die immer wunderbar funktioniert haben plötzlich verändert werden und dann läuft erstmal gar nichts mehr. Das gefällt mir so gar nicht, wobei man Autor ja ziemlich abhängig von den technischen Möglichkeiten ist. Wer reicht denn heute schon Papierberge bei Verlagen ein, außer er wird darum gebeten? Man muss per Mail erreichbar sein, am besten jederzeit, und wenn jemand abends um 18.00 Uhr eine Anfrage gestellt hat und man die bis 7.00 am nächsten Morgen nicht beantwortet hat, dann erntet man böse Nachragen (hab ich mir nicht ausgedacht, ist letzte Woche wieder passiert).

Ihr merkt, da ist einiges in Unordnung geraten bei mir und selbst wenn man mich für kleinlich hält, so kann ich doch nicht ändern, dass ich mich über so etwas ärgern muss - das will ich nicht!

Montag, 15. August 2016

Verspätung - Reizwortgeschichte

Ihr Lieben,
wegen technischer Schwierigkeiten kommt meine Geschichte erst am Nachmittag.
Viele Grüße
Regina

So, jetzt läuft alles wieder, die Geschichte habe ich unten angehängt!

Bitte lest aber doch schonmal bei meinen Kolleginnen:



Ponyhof, Triumph, heulen, demonstrieren, standesgemäß

Ankunft auf dem Ponyhof

Jana und ihre Freundin Denise machen Ferien auf dem Ponyhof. So lange haben sie sich darauf gefreut, endlich ist es so weit. Janas Eltern bringen die beiden jungen Damen zu ihrem Ferienort. Dort werden sie schon erwartet. Frau Brinkmeier hat extra einen Kuchen gebacken. Apfelkuchen mit Streuseln, die Äpfel sind von den eigenen Apfelbäumen geerntet. Doch Jana und Denise können es gar nicht erwarten, die Ponys anzuschauen. In den nächsten zwei Wochen werden sie mit ihnen Ausritte unternehmen, sie pflegen und striegeln und mit ihnen schmusen.
„Geht nur zur Weide und begrüßt die Ponys! Ruft sie, dann kommen sie ans Gatter“, schlägt Frau Brinkmeier vor. „Ich werde dann noch ein wenig mit euren Eltern plaudern.“
Das lassen sich die Kinder nicht zweimal sagen. Gleich hinter der Scheune grasen vier Ponys und ein Fohlen auf der Weide. Sie sind wunderschön. Jana verliebt sich gleich in eines von ihnen. Es hat ein braunes Fell und eine schwarze Mähne. „Das ist meins!“, ruft sie und will über das Gatter klettern.
„Hey, lass das!“, ruft Denise. „Das dürfen wir bestimmt nicht!“ Denise ist in allem ein wenig zurückhaltender als die Freundin.
„Ach, heul doch nicht rum!“ Jana sieht gar nicht ein, dass sie „ihr“ Pony nicht sofort begrüßen sollte.
„Du bist eine echte Spaßbremse manchmal!“ Jana ist beleidigt.
Glücklicherweise traut sie sich dann aber doch nicht allein auf die Weide und das ist auch gut so. Ponys, die ein Fohlen haben wollen nämlich ihr Kind beschützen und könnten fremden Menschen gegenüber ärgerlich werden.
Herr Brinkmeier kommt gerade in ihre Richtung. Er hat beobachtet, dass eines der Mädchen über das Gatter klettern wollte und will nun eingreifen.
„Mädels, ihr dürft nicht allein auf die Weide. Unsere Ninette hat ein Fohlen. Sie mag es nicht, wenn Fremde es anfassen wollen!“, sagt er freundlich aber bestimmt.
„Siehste!“, sagt Denise. Das ist ihr Triumph und den genießt sie.  Sonst weiß Jana nämlich alles besser. Jedenfalls tut sie so.
Herr Brinkmeier ruft nun die Ponys ans Gatter und demonstriert, wie man das machen muss. Mit ruhiger Stimme lockt er sie: „Tinka, Jule, Bine, kommt, ich will euch die unsere Gäste vorstellen und Ninette, bring dein Fohlen mit!“
Brav kommen alle zum Zaun und als Herr Brinkmeier zwei Äpfel aus der Tasche zieht, jeden davon einmal in der Mitte teilt und die Ponys damit füttert, sind Denise und Jana hin und weg vor Freude. So schöne Ponys und so brav sind sie. Sogar Ninette lässt sich streicheln. Sie stellt sich aber immer schützend vor ihr Kind.
"Wie heißt denn das Fohlen?", will Jana wissen.
"Es hat noch keinen Namen, den bekommt es standesgemäß, wenn wir in einer Woche unser Hoffest feiern. Dann nämlich wird es getauft und ihr habt sogar die Möglichkeit, mit abzustimmen oder sogar eigene Namen mit einzureichen. Wichtig ist, dass ihr einen Namen mit dem Anfangsbuchstaben "N" wählt, denn bei uns auf dem Hof werden die Fohlen immer nach der Mutter benannt und das ist ja unsere Ninette."
Die Mädchen sind begeistert. Eine Taufe. Und sie dürfen mitbestimmen. Sie wollen sich auf jeden Fall auch einen Namen überlegen, später. Jetzt werden sie erstmal auf dem Hof herumgeführt. Danach verabschieden sie sich von Janas Eltern und dann fühlt es sich richtig wie Urlaub an. Einfach klasse!
Als sie abends in ihren Betten liegen, denken sie sich Namen aus. "Nina, Nora, Natalie!", schlägt Jana vor. Denise hat auch noch ein paar Ideen: "Noomi, Nicki, Nachtigall!" Das ist ihre Auswahl, so richtig zufrieden sind aber beide noch nicht damit. Ein paar Tage haben sie ja noch Zeit. Jetzt genießen sie erstmal die Ferien und freuen sich schon auf ihren ersten Ausritt am nächsten Tag.
Nun möchtet ihr gern wissen, wie das Fohlen heißen wird und wie es auf dem Ponyhof so weiterging? Das erfahrt ihr in der nächsten Geschichte.

© Regina Meier zu Verl